Nachhaltige Geldanlage (NGa) Teil 3: wie kann Nachhaltigkeit beurteilt und gemessen werden?

Im 2.Teil dieser Kolumne wurde aufgezeigt, dass Investments in nachhaltige Geldanlagen ähnliche Renditen erwirtschaften können, wie herkömmliche Investments. Abschließend wird die Frage geklärt, wie Nachhaltigkeit beurteilt oder gemessen werden kann.

Die Messbarkeit

Durch den Kauf von Investmentfonds mit Nachhaltigkeitsprofil wird grundsätzlich die Nachfrage nach Aktien oder Anleihen von Unternehmen, die als nachhaltig angesehen werden, gesteigert. Das stärkt die Kurse dieser Unternehmen und verbessert damit die Refinanzierungsmöglichkeiten ihrer Geschäftsaktivitäten. Eine direkte Messbarkeit ist allerdings schwierig. Dem Investor erhält gleichsam das Gefühl, durch sein Engagement Zeichen zu setzen und erzeigt, dass es ihm nicht gleichgültig ist, in welche Unternehmen sein Geld investiert wird.

Die Glaubwürdigkeit

Viel wichtiger als die anfangs erwähnte Renditequalität ist der sichtbare Nutzen, der dauerhaft erzielt werden kann. Dies kann beispielsweise der Verbot von Kinderarbeit oder die Durchsetzung von Umweltstandards in der Lieferkette der Aktiengesellschaften sein. Ebenso könnten Unternehmen profitieren, die in regenerative Energien investieren. Die direkte Form der nachhaltigen und glaubwürdigen Geldanlage ist das sogenannte “Impact Investing“. Dies ist jedes gewinnorientierte Investment, das einen messbaren Nutzen für die Gesellschaft generiert. Ein Beispiel dafür sind Mikrokredite, die an Selbstständige in Entwicklungsländern vergeben werden. Damit wird eine nachhaltige Entwicklung von Kleinstbetrieben gefördert. Ein anderes Beispiel ist die Vergabe von Krediten an ökologisch produzierende landwirtschaftliche Betriebe. In beiden Beispielen werden 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Erträge werden für die Anleger aus der nachhaltigen Anlage generiert und der Kreditnehmer kann mit dem Geld dauerhafte und nachhaltige Strukturen schaffen. Eine weitere glaubwürdige Lösung bietet sich an, indem der Vermögensverwalter oder Fondsmanager direkt als Helfer auftritt. So könnte ein Teil der Managergebühren durch Verzicht für gemeinnützige (nachhaltige) Zwecke gespendet werden.

Fazit: Eine größere Bekanntheit der nachhaltigen Geldanlagen ist wünschenswert. Damit könnten vermehrt nachhaltig wirtschaftende Unternehmen unterstützt und gestärkt werden.

Uwe Eilers • Geneon Vermögensmanagement AG